Samstag, 21. April 2007

Wenn der grüne Jäger einen Club eröffnetet...

Ab Berlin ging es dann hinauf. Leider nur auf der Landkarte. Die Clubgröße verhielt sich dazu umgekehrt proportional und entpuppte sich als zwei Mal so groß wie meine Wohnung. Und die ist klein. Man stelle sich einfach ein kleines Hexenhäuschen in unmittelbarer nähe zur Marktstrasse (das ist da, wo die die ganzen Punkrockläden sind) in Hamburg vor.
Die Ausstattung der „Grünen Jägers“ ist vorbildlich. Sofas, künstliches Kaminfeuer, geschmackvolle Beleuchtung und das Ganze ohne Ironie und Möchtegern-Hippness. So etwas kann es wohl nur in Hamburg geben. Dies wäre der Ideale Ort um nach einer Show noch gemütlich ein Bier zu trinken und anschließend mit der Dame seiner Wahl bei nicht enden wollenden und gehaltvollen Gesprächen zu versumpfen. Anschließend würde man sich, während die glutrote Sonne über dem Schornstein des Hexenhäuschens aufgeht, zum Abschied leise Servus sagen.
Aber HALT! Wir sind ja vor der Show! Und die müssen wir hier durchführen. Man hat sich ein letztes bisschen Flexibilität bewahrt und drückt die Anzahl der Eingangskanäle auf zehn. Sonst hätte man ja elf. Dafür bekommen die Musiker nur einen Monitorweg mit zwei Wedges (oder seltsame Plastik-Kisten) auf einem Weg ohne EQ. Macht eh nix, da wir hier mit Vierpunktbeschallung fahren und somit eh zwei PA-Boxen auf die Bühne strahlen. Und es gibt einen aktiven Subwoffer der, nachdem ich den An-Schalter gefunden habe, ungeahnte Kräfte entwickelt. Nachdem der Lautstärkeregler am Gitarrenverstärker abgeklebt ist, entsteht echt so was wie ein ordentlicher Sound. Nun wird noch unter ungläubigen Blicken der Barbesatzung der Drucker ausgepackt und die Gästeliste ausgedruckt. In alphabetischer Reihenfolge. So viel Ordnung muss sein!
Unser Support schafft es eindrucksvoll eine halbe Stunde wie drei Tage vorkommen zu lassen. Anschließend geht die Sonne bei den Endstufenanzeigen auf und wir auf die Bühne (oder besser gesagt – Stufe).
Nach der Show begebe ich mit in Hamburg lebenden Freunden noch in eine Bar. Diese ist nun wirklich so groß wie meine Wohnung. Aber das macht nix. Ich habe ja keine Band dabei, die spielen will.
Ich ziehe die Wohnung eines meiner besten Freunde dem ranzigen „Rock´n Roll Hotel“ vor, in dem unsere Übernachtung gebucht ist und werde am nächsten Morgen mit einer sauberen Dusche und einem hervorragenden Frühstück belohnt.
Nun heiß es Abschied nehmen von dieser wunderbaren Stadt. Bis bald wieder – cese.