Freitag, 13. April 2007

Menschen die wir auf Tour treffen

Eins hat ja das ewige Touren für sich. Nein es geht nicht um das Kennen lernen fremder Menschen und Kulturen. Dafür sind wir einfach zu überzeugt von uns selbst. Das mit den Kulturen funktioniert ja doch nicht, wenn man nur in Deutschland, Österreich und in der Schweiz tourt. Und das mit den Menschen haut auch nur bedingt hin. Mann trifft einfach immer die Selben. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass in allen Konzerthallen der Welt ähnliche Menschen, na sagen wir mal ihrer Tagesbeschäftigung, nachgehen.

Das fängt damit an das unsereins Morgens, Ok - später Vormittag, den Bus verlässt und in Ruhe einen Kaffee trinken will. Dies wird leider zu oft jäh unterbrochen. Der örtliche Technikbeauftragte lauert schon hinter der nächsten Ecke. Es ist ja nicht so, das wir nicht nett hallo sagen wollen. Aber andererseits scheinen sich alle örtlichen Techniker weit aus mehr Sorgen und Gedanken über unsere Fast-Vollproduktion zu machen als wir von der Crew zusammen. Besonders interessant gestaltet sich auch oft die pädagogische Tätigkeit, welcher wir während des Aufbaus nachgehen. Nett wie wir sind vermitteln wir gerne die Praxis und Realität, welche offensichtlich bei der Ausbildung zum Veranstaltungstechniker vor Langeweile aus dem Fenster gesprungen ist. Manchmal müssen wir weinen, wenn die Seifenblasen zerplatzen. Die arbeiten aber doch eigentlich alle auch in einer Ausbildungsfirma? Eins darf man aber trotz aller Kritik nicht vergessen. Die Jungs & Mädels sind immer extrem motiviert und sich, mit einigen unrühmlichen Ausnahmen, nie zu gut volle Power zu geben. Ein weiterer interessanter Punkt ist, wie viele Tontechniker doch bei Rammstein mischen und nur ganz selten in so kleinen Clubs arbeiten. Und irgendwie sind die unzähligen 97 Trailer-Produktionen, welche sich momentan in Deutschland auf der Strasse befinden auch an mir vorbei gegangen.

Ein weiterer interessanter Menschenschlag sind die Catering beauftragten oder leider manchmal auch berufenen. Hier ist die Auswahl weit breiter gestreut. Will man wirklich Einhundert Mal am Tag die Frage beantworten das es einem gut schmeckt? Wir sagen das auch von uns aus – wenn es schmeckt.

Nun kommen wir zu unseren persönlichen Lieblingen, den Gastronomie-Mitarbeitern. Diese heißen auf dieser Tour meist Mareike und Rebekka und schaffen es unsere ungeteilte, von Cases herunterblickende Aufmerksamkeit erfolgreich zu missachten.

Zuletzt sind noch die örtlichen Hausmeister zu erwähnen. Wenn man es schafft sie für sich zu gewinnen, kann nichts mehr schief gehen. Sie besitzen den magischen Schlüsselbund und können einem immer helfen, wenn man Werkzeug oder ähnliches braucht. Man muss sie eigentlich nur ihre grummelige Art akzeptieren, klarstellen das einem bewusst ist, dass man hier nur Gast ist, mal bei Kraus-Maffei ne Lehre gemacht hat und seine Sorgen mit dem neuen Veranstalter- und Techniker-Gesindel voll und ganz versteht.

All diese Menschergruppen stellen für sich ein Kuriosum dar. Sie sind auf den ersten Blick vom gewöhnlichen Fan und allen anderen Menschen zu unterscheiden. Und sie begegnen einem jeden Tag in leicht abgewandelter Form wieder.

Humppa, cese.