Dienstag, 3. April 2007

In den Mainzer Dünen - Nachtrag OffDay

Zuerst war ich der Meinung, lange gebraucht zu haben, das Wohnzimmer zu finden, aber ... fangen wir doch von vorne an:
Den Offday im Bus zu verbringen schockt nicht, deshalb vergnügt sich ein Teil der Crew an arbeitsfreien Abenden gerne in lokalen Sofastuben, gerne ausgelegt mit Teppichen am Boden/den Wänden, gerne mit LEISER, chilliger Musik, gerne ohne nervendes Gespräch mit dem lokalen "Ich bin auch im Musikalienhandel tätig"-Trottel. Zielsicher wie immer fand ich nach unnötigen geschätzen 300 Kilometern und zirka zwei Wegbeschreibungen die bestens getarnte "Medina Lounge". Viele Sofas mit vielen Kissen stehen bei LEISER, chilliger Live-Musik eines sich selbst sampelnden Gitarristen auf SANDboden. Passt, dachte ich mir. Doch ausser ein paar Gastarbeiterkindern in vorwiegend weissen HipHop Klamotten, die an ihren Shishas hingen, weit und breit keine Spur von den erwarteten Crew- und Bandkollegen. Egal. Erst mal eine Bestellung platzieren. Aus lauter Begeisterung über das völlig unerwartete Getränkeangebot ließ ich mir von meinem Freund, dem Barkeeper eine sieben Jahre alte kubanische Köstlichkeit ausgeben und in die Kissen fallen. Nach und nach räumten die örtlichen B-Boys nebst deren Groupies das Feld und bald war ich mit meinem Freund, dem Barkeeper und dem sich selbst sampelnden Gitarristen allein. Schön. Erstmal. Mitten in einem endlosen Gedankenstrom riss mich das mir nicht gerade vertraute Klingeln meines Telefons in die Härte der Realität zurück. "Wo issn des?" "Wo seidn ihr?" "Keine Ahnung" "Medina Lounge, wie ausgemacht. Sucht weiter" "Cool.Bis gleich" "Bis gleich". Tja... gleich... Zurück in den Gedankenstrom. Meine Blicke schweifen durch den Raum und entdecken auf einer Tafel den unter "Specials" feilgebotenen "Bit Suv" für zwei Euro. Ein marokkanischer Schnaps? Da ich zu faul bin, meinen Freund, den Barkeeper zu fragen, bleibt die Antwort offen. Der sich selbst sampelnden Gitarristen verkündet, eine kurze Pause zu machen, ich lass mir von meinem Freund, dem Barkeeper sicherheitshalber noch mal nachschenken, und gefühlte zwei Tage später stürmen sie auch schon über den Sandboden auf mich zu, die Kollegen, lassen sich ebenfalls in die Kissen fallen und der bisher sehr ruhige Abend verwandelt sich schlagartig in einen ruhigen Abend. Der sich selbst sampelnden Gitarristen zupft wieder die Saiten, meine Freund, der Barkeeper gerät in Stress und wir quatschen uns in Trance. Moni und ich wollen uns überraschen lassen und kommen zurück auf die Frage "was ist ein Bit Suv?". In freudiger Erwartung auf die Überraschung bestellen wir lautstark zwei Bit Suv für zwei Euro. "Was?" "Zwei Bit Suv für zwei Euro!" Unter schallendem Gelächter der versammelten Mannschaft werden wir von meinem ExFreund, dem Barkeeper der Illusion beraubt, etwas Unbekanntes entdeckt zu haben. Denn was wir für einen exotischen Drink gehalten haben entpuppt sich als das schnöde, mit unsicherer Handschrift verfasste Angebot, das Bier Bit Sun um sagenhafte zwei Euro zu erwerben. Wir bestellen was anderes, was wir nicht kennen. Haut auch rein! Viel zu früh schlägt dann die Sperrstunde. Die ganze Reisegruppe schwankt Richtung Bus, doch ein anderer und ich beschließen, unbedingt noch ein Bier trinken zu müssen und landen leider in der letzten geöffneten Kneipe, dem Freudenhaus. Den zwei anwesenden Nutten erklären wir glaubhaft, wirklich nur Bier trinken zu wollen und werden von ihnen zum Glück nicht weiter belästigt. Dann ist das Bier leer. Wiederschaun. Bone