Diesmal verläuft die Fahrt problemlos. Leider können wir erst um 18 Uhr in den Club. Also Kaffee trinken, Eis essen und Zeit totschlagen.
Das erste was beim betreten des Club auffällt ist bedrückende Enge. Und Anlage steht da auch keine. Das heißt: ein Mischpultähnliches Relikt lümmelt unmotiviert in der Ecke. Nur PA sehe ich auch keine. Aber die wird wohl noch kommen.
Scheinbar doch nicht. Unser „PA-System“ besteht aus zwei selbstgebauten Kisten, die entfernt an die roten 200,- € Tannoy Studioabhören erinnern. Obendrauf ist mit einer (!) Spax ein Halbzoll-Horn befestigt(?). Die nicht delayte Delayline besteht aus vier Autolautsprechern aus der Frontkonsole eines 1972er VW Käfer. Und irgendwo unter der Bühne ist angeblich ein Sub-Woofer. Als mir der Clubbetreiber (= Haustechniker = Barmann = Kassenkraft = gute Seele des Clubs) erklärt, das es sich hier um ein Vierwege-System mit knapp 2kW handelt, überlege ich kurz ob ich mir jetzt verarscht vorkommen soll. Dazu komme ich nicht. Er erklärt mir noch eine viertel Stunde lang das Vierkanal Lichtsteuerpult, welches acht unterschiedlich gefilterte Lampen ansteuert.
Die Monitore (ja so was gab es da) machen mehr Krach als die „PA“. Trotzdem wird alles mikrophoniert. Das Pult leuchtet, wie die Bühnenscheinwerfer, in den unterschiedlichsten Farbtönen. Aber irgendwie geht’s. Nach dem Abbau geht’s in die Künstlerwohnung...
Als ich nach vier Stunden Schlaf aufwache und aufstehe um meinen Zug in die Heimat zu erreichen, kommt mir der letzte Gig wie ein böser Traum vor.
Nächste Woche geht’s dann nach Wien (da besucht mich Bone), München Atomic (= Heimspiel), und Stuttgart (da bekomme ich auch Besuch). Cese.