Samstag, 31. März 2007

Aller Anfang ist schwer...

Wir wachen in einer Idylle auf. Was sehe ich: Ein Berghof mit Ziegen? Hätte ich länger schlafen sollen? Aber so spät war das doch gar nicht gestern? Doch langsam dämmert es mir. „Mutti“ Dirk hat da doch was erzählt gestern. Man sollte doch zuhören wenn Erwachsene und Erziehungsberechtigte sprechen. Langsam kommt es zurück:

Wir bekommen hier (in einem Hotel) Frühstück, da der Club in der Fußgängerzone liegt und wir da nur aus dem Bus springen, da der selbige dort nicht stehen bleiben kann.

Nach dem Frühstück müssen wir noch ein bisschen Zeit totschlagen. Diese vertreiben sich einige damit die Ziegen zu bewundern, während die Ziegen Martins Bart bewundern.

Ich fahre mit Ruppi unserem, als LKW-Fahrer missbrauchten, Lichttechnik- Bühnenmann hinter dem Nightliner her. Wir stehen Ängste durch als Volker versucht den Bus in die Fußgängerzone zu lenken.

Rupi: „Des geht nicht!“
Ich: „Er probierts!“
Rupi: „Ja das könnte gehen!“
Ich: „Des ist viel zu eng!“
Rupi: „Doch der schaffts!“
Ich: „Oh der schrammt gleich am Postkartenständer!“
Rupi: „Und die blöden Leute gehen nicht mal weg!“
Ich: „Jetzt ist er um die Ecke!“
Rupi: „Ne der muss noch mal zurück!“

.......................

Volker schafft es. Wir mit dem LKW auch. Vor dem Collo-Saal erwartet uns schon die Hauscrew. Und ehe wir unsere einführende Technik- und Backline-Team-Besprechung beendet haben ist der LKW auch schon fast leer. Und los geht das Basteln. Irgendwie alles ganz schön klein hier. Aber das hat auch Vorteile. Nachdem ich vor Jochens Amps (für die PA) stehe, muß ich mich nur zurücklehnen und plötzlich ist Ruhe im Raum.

Was für ein Gefühl von Macht.

Aber dafür muss ich auch unter meinem Pult durchkriechen um hinter selbiges zu kommen.

Da erster Tourtag ist dauert der Aufbau etwas länger, da allerlei Sachen umgebaut, konfiguriert, und getestet werden müssen. Aber letztendlich spielt alles.

Die Show geht ruhig von statten. Der Fan tobt, die Luftfeuchtigkeit ist 689,2567 % und die Temperatur liegt bei moderaten 123,98786 Grad Celsius. Morgen muss ich eine kurze Hose kaufen.

Wir bauen ab und laden schnell. Nun ist der Tag vorbei.

Nicht ganz: Als Volker mit dem Bus kommt, um uns abzuholen müssen wir uns erst durch 1678,2 tanzwütige Jugendliche drängen, welche die lokale Aftershow Party zu besuchen trachten. Aber auch diese Hürde wird trotz Koffer und Taschen mit ungeahnter Eleganz gemeistert. Stillnote 1A mit Sternchen.

Zu guter Letzt muss sich Zahl noch fast mit einem einheimischen Clubbetreiber Prügel androhen lassen. Unser Bus parkt vor seiner Kneipe. Der Einheimische betrachtet die Situation ein wenig verspannt. Zahl versucht ihn zu beschwichtigen. Der Clubbetreiber ist für alle Argumente unzugänglich. Wir beschießen das er einfach nicht TRUE ist, aber eigentlich auch nichts dafür kann. Er verschießt sich immer mehr unseren, unglaublich überzeugenden und aufbauenden, Argumenten. Also resignieren wir, lassen ihn stehen und unterhalten uns lieber mit den zahlreichen Betrunkenen, welche versuchen den Goldenen Schnitt in der Straße zu finden.

cese.