Schon am zweiten Tag unserer kleinen Tour kristallisieren sich bestimmte Gesetzmäßigkeiten immer deutlicher heraus. Wir können sie zwar nicht einordnen oder erklären, aber das wird im Allgemeinen auch stark überbewertet.
Ein herausragendes Beispiel seiner Art ist unser (bzw. Heiners) Sequenzer. Nachdem die Fünfmann-Combo nicht alle, im Studio programmierten Keyboardspuren, gleichzeitig wiedergeben kann, behilft man sich dieses technischen Wunderwerks. Er liefert uns bereits aufgenommene Streicherspuren und Effekte auf seinen acht Ausgängen. Und das ganze in (meistens oder zumindest manchmal) TRUE-STEREO! Diese Spuren werden von Martin und mir geschmackvoll zum Life- bzw Monitor-Sound der Truppe gemischt. Dabei ergibt sich allerdings ein kleines Problem. Wieso kommen immer Streicher auf dem Atmo-Kannal? Und Atmo-Geräusche auf dem Percussion-Kannal? Alles an sich ja kein Problem – wir sind flexibel und ändern einfach die Pultbeschriftung. Nach zwei Gigs (und unzähligen Rollen Beschriftungsband) kommen Martin und ich aber zur Erkenntnis, dass sich die Verteilung der Spuren auf die Ausgänge dynamisch verhält. Jeder Versuch diese Beziehung zu Kategorisieren muss scheitern. Nachdem wir aber ein junges dynamisches Team sind tricksen wir das System aus und lassen uns eine dynamische Beschriftung einfallen. Und alles ist gut.
Ein weiteres Mysterium stellt die Beziehung zwischen Bandmitgliedern und jeglicher Art von Flaschen & Aschenbechern im Nightliner dar. Das erste Volkersche Gesetz besagt das niemand die Lounge verlassen kann ohne zumindest eine, zwischen drei und zwölf schwankende Zahl von Gegenständen vom Tisch zu fegen. Aber wir haben ja Küchentücher und Geduld und heben die Flaschen einfach wieder auf.
Heute morgen sind wir im (beziehungsweise vor, beziehungsweise am Berg unter dem) Kurbelkasten aufgewacht. Durch das lesen von Fußspuren einheimischer Lebewesen haben wir aber den Weg gefunden. Nach dem (anstrengenden) Aufstieg genießen wir erstmal unser Frühstück.
Mal schauen was der Tag noch so bietet........
Grüße – cese.
Ein kleiner Nachtrag, kurz bevor ich das hier poste. Unglaubliche Dinge tun sich hier gerade im Laden. Die Luft zittert und Wände und Türen verschwinden und geben uns den Blick frei auf die Bühne wo gerade die Überreste der vorangegangenen Show weggeräumt werden.