Nun sind wir also in einem Jugendzentrum gelandet. Eigentlich sollten da ja Jugenderinnerungen an Skateboardfahren, erste ausschweifende Partys und bedeutende verschmähte Lieben wach werden ... ist aber leider nicht so. Irgendwie sind die „JUZes“ (so nannte man das zumindest als ich jung war) bis auf einige Konzertbesuche komplett an mir vorbeigegangen. Nun Ja. Dann holen wir das also heute nach.
Gleich beim eintreten nehmen wir Schilder mit der Aufschrift: „Hier herrscht überall Rauchverbot“. Leider sind wir noch zu verschlafen um diese Information gebührend zu verarbeiten. Zuletzt die Tatsache, dass im Backstagebereich Aschenbecher stehen trägt dazu bei die Schilder schnell wieder zu verdrängen.
Nach einem bescheidenen Frühstück und dem Duschen erkundet die Technikcrew ihren heutigen Arbeitsplatz welcher, wie uns von dem betreuenden Tontechniker bald erklärt wird, eigentlich der Kindergarten des Etablisments ist. Hatten wir das nicht schon mal?
Die extrem eifrige Hauscrew bedrängt uns bald nach genaueren Informationen zum heutigen Happening. Diese werden dann auch nach einem weiteren Kaffee preisgegeben. Das Spiel beginnt...
Also ! Anhänger ausladen !
Die Besonderheit des heutigen Ladewegs bildet die Bühnenrückwand. Sie lässt sich ohne weiteres hochfahren, was das direkte Laden auf selbige erleichtern würde sofern nicht die dumme Bühnenhöhe wäre. Alle Versuche meinerseits die restliche Crew davon zu überzeugen die an der Bühnenrückseite platzierte Half-Pipe als Rampe zu benutzen, werden massiv torpediert und ignoriert. Also stemmen wir alle Cases (die mit und die OHNE Griffen) auf Arbeitshöhe, diskutieren darüber wer heute welchen Griff benutzen darf und stupsen sie letztendlich hoch.
Nachdem wir heute in einem Jugendzentrum spielen beschließen Martin und ich heute mal Oldschool-Day zu machen, die Condensator-Mikrofone des Hauses zu verschmähen, und nur (oder fast nur) SM57 zu verwenden. Jetzt müssen wir nur noch entsprechenden Oldschool Hiphop als Einlassmusik besorgen...
Die anfängliche Freude über das vorhandene Haussystem (Seeburg K2) teilt nach dem Soundcheck nur noch Cese, da er direkt hinter der PA steht und damit der einzige ist der in den Genuss von vielen LEDs kommt welche sich musikalisch der Darbietung anpassen indem sie sprunghaft aber ausdauernd von grün über gelb zu rot wechseln.
Wir sagen „humppa tütü“, packen unser Material auf die Seite (gib deiner lokalen Supportband eine Chance) und begeben uns in unseren Backstageraum, wo inzwischen auch das Abendessen angerichtet ist. Dort wird erst einmal formidabel gespeist. Zwischendurch geht die Welt zwei bis dreimal unter, als der FoH-Mann der Vorband die PA einschaltet.
Nun werden wir uns noch ein bisschen entspannen und ich werde mir Murdocks Skateboard ausleihen um meine verpassten Jahre nachzuholen. Mal sehen was der Abend noch bringt.......cese