Vorletzter Tourtag – Nürnberg Hirsch. Tanja und ich waren ja vor drei Wochen schon mal mit Roman Fischer im Rahmen der Southside / Hurricane Clubtour hier.
Diesmal ist der Raum kurz nach dem Aufstehen schon begehbar – scheinbar war gestern nicht die legendäre Nürnberger Pornoparty welche gerne im Hirsch stattfindet, pronomäßig abgeht und pornomäßig viel Müll und Scherben hinterlässt und normalerweise mit pornomäßig viel Wasser aus dem Laden gespült wird. Das führt dann dazu, dass man den ganzen Tag mit einem schlüpfrigen Gefühl unter den Schuhen herumläuft. Aber heute nicht - der Raum ist sauber und trocken.
Das Frühstück ist wunderbar. Es gibt sogar Ei - das erste Mal auf dieser Tour. Nebenbei wird das toureigene WLAN eingerichtet. Dieses scheint aufgrund unserer exzessiven Downloadraten allerdings das gesamte Nürnberger Glasfasernetz sowie das deutschlandweite UMTS-Netz an den Rande des Zusammenbruchs zu führen.
Der Inzest greift um sich. Alle werden Mitglied bei den „Lokalisten“ und laden sich (hauptsächlich gegenseitig) als Freunde ein. Alle – nein nicht alle. Tanja und Thomas, welche alle Computernutzer als unkommunikativ deklarieren, machen unverschämter Weise nicht mit und ich beschränke mich lieber aufs Blogschreiben. Die Computernutzer kontern mit der exzessiven und ebenfalls unkommunikativen Pokerleidenschaft unseres Sängers – bis auf die, die beiden Süchten verfallen sind.
Zurück zum Hirsch!
Tanja greift sich ihr Opfer und lässt das komplette Rigg umfiltern (späte Rache ist bekanntlich süß) und bricht bewusst die hausinternen Regeln, welche ausdrücklich bei jedem Künstler das gleiche Lichtdesign vorschreiben, und erdreistet sich das Pult neu zu programmieren sowie umzuleuchten.
Ich sorge beim Monitorkollegen für Verwunderung indem ich vier Front-Wedges auf einem Send zur legendären „Ceses MAX-Wedge-Skateboardrampe“ für Murdock (unseren nimmersatten Skaterboy) zusammensetze. Ich kann mir nicht helfen – Wedges müssen auch nach optischen Gesichtspunkten angeordnet werden.
Weitere (vielleicht interessante) Vorkommnisse am Rande:
- Matthias findet seinen Basssound.
- Stefan findet Gefallen an den Subwoofern hinter seinem Hintern.
- Ducky findet seine Frau (die ihn heute besucht).
- Heiner findet seine Koje zu kurz bzw. zu klein.
- Thomas findet nix.
- Murdock findet heute den Nachtisch nicht ohne fremde Hilfe.
- Martin findet denselben lecker.
- Tanja findet alle Internetbenutzer „Scheiße“, was sie aber nicht davon abhält mindestens einmal täglich nach dem Netzwerkkabel zu verlangen. (während alle anderen mit zitternden Händen vor ihren vom Internet getrennten Rechnern verharren)
- Volker findet die Musik der 80er super (behauptet er wenigstens).
- Björn aka Til aka Cedrick findet sich bei seinen vielen Namen nicht mehr zurecht.
- Dirk findet, dass die „Lokalisten“ nix für ihn sind.
- Cese findet, dass man mit 36 d&b MAX-Wedges noch viel tollere Skaterampen bauen könnte.
Während des Soundchecks wird die fehlende Coverage der Main-PA in den ersten Reihen nach einem leichten Drehen zweier Böxchen spielend und elegant von Ceses Sidefills übernommen. Tanja leuchtet die ganze Szene noch hübsch aus und alle sind glücklich. Das nennt man dann wohl „gewerkeübergreifende Zusammenarbeit“ – oder ? cese.