Mittwoch, 30. April 2008

Schluss mit lustig


Irgendwann muss doch mal Schluss sein mit dem ewigen Fotografieren. Nicht wahr, Andi?! Dem Fotografen und Schreiberling aber sind auch 500 Fotos am Tag noch lange nicht genug. Kein Grund zur Beruhigung also: Es wird weiter geknipst, bis der Bus abfährt. Es lebe die Digi.
Christoph

Dienstag, 29. April 2008

Offday bis der Arzt komt

Der offday geht schon bahnbrechend los: Das Hotel ist irgendwo im Nirgendwo zwischen Bäd Godesberg und Bonn-Beule; verkehrsgünstig gelegen zwar (direkt an der Autobahn und Straßenbahnanschluß unmittelbar vorm Fenster) aber zum nächsten Imbiß sind es knackige fünf Kilometer. Freundlich werde ich vom Hotelpersonal (Danke Maritim) zu einem Busparkplatz am Arsch der Welt geschickt und bekomme so auch noch was von Bonner Lokalkolorit und Sehenswürdigkeiten mit. Nach `ner sportlichen halben Stunde Extra-Tour inklusive malerischem Blick auf die Rheinaue und eigenen Recherchen unter eingeborenen Busfahrern werde ich zum Hotel zurück geschickt und finde mit Halteverbotsschildern gut getarnte Premiumbusparklätze (Danke Maritim). Ich werde wach, schalte den Motor aus und frage mich ins catering durch, lande aber in der Betriebskantine vom Ministerium für Forschung wo ich drei Wurstsemmeln und `nen Liter Kaffee verdrücke bis mir klar wird das ja heute offday ist und die Dickmacher sich ja eben ins Hotel verabschiedet haben. Begebe mich most possible unauffällig Richtung Ausgang und verteile im Laufen ungefragt Schandmaul-Autogrammkarten, gut, denk ich mir, ein wunderbarer Moment um ins Hotel einzuchecken.
Mit Chipkarte und Zimmernummer versehen scheitere ich an dem Aufzug und fühle mich wie der erste Ossi bei McDonalds. Um größere Peinlichkeiten zu umgehen nehme ich dezent die Treppe in den vierten Stock. Im Treppenhaus treffe ich auf eine Familie aus Thüringen, die sich in mir fast unverständlichen Worten über irgendwas bezüglich Karten und Aufzüge aufregt.
Verschwitzt aber souverän lande ich vor meiner Zimmertür, als ich nach weiteren fünf Minuten drin bin schlägt mir ein Geruch entgegen als wäre der letzte Gast gerade rausgetragen worden.
Geflissentlich sehe und gehe ich über den fleckigen Teppich hinweg und öffne das Fenster. Eine Tram fährt vorbei und es klingt als würde sie durch das Nebenzimmer fahren. Lustig ist, als ich rübergehe um nachzuschauen, stelle ich fest das es sich um Hoteleigene Abriß- und Renovierungsarbeiten handelt, die noch bis in den späten Nachmittag andauern (Danke Maritim).
Friedlich schlafe ich ein.
Als ich erwache bin ich völlig dehydriert und mache mich über eine Flasche Gerolsteiner her auf der ein Schild mit einem großen 0,50 Euro prangt. Denke noch so bei mir, Mensch Maritim, is` ja ganz schön billig.
Es klopft, das Zimmermädchen steht vor der Tür, stellt mein „Frühstückchen“ nebens „Bettchen“ und wünscht mir ein schönes „Tagchen“. Tschüßchen.
Ich packe meine Sachen, nehme die Treppe und finde mich am Empfang wieder wo mich ein rausgeputztes Bengelchen erst siezt und dann freundlich 6,50 Euro für eine Flasche Gerolsteiner einfordert. Nach zehn Minuten, in denen ich in der Fremdwahrnehmung Kundenbehandlung vom eben noch extremst höflichstenst behandelten Hotelgast zum widerlichen Querulanten mutiere ist das Problem gelöst und ich um fünfzig Cent ärmer. Aus Kulanzgründen. Danke Maritim.
Fahre galant den Bus vors Hotel um die Crew einzusacken, die just in diesem Moment unter lauten Gesängen die Hotelbar verläßt. Als kleine sportliche Herausforderung hat irgendwer ein meterlanges Zelt in die Einfahrt und einen Bürger daneben gestellt. Während ich noch überlege wie ich den Bus im Foyer am Besten wende sprichts mich auch schon an, durchs offene Fenster: „Machen se mal den Motor aus, da kann ma ja gar nicht hinterm Bus stehen so wie das stinkt!“ Da es eindeutig noch zu früh ist für Debatten á la „ich steck mein Kopf ja auch nich in dein Auspuff du Lurch“ schließe ich schweigend das Fenster und schlagartig wird die Luft im Bus besser. Aus purer Boshaftigkeit und weil der einzige der nicht feiern war verschlafen hat stehen wir bis zur Abfahrt noch zwanzig Minuten vorm Hotel.

Montag, 28. April 2008

„das Hotel parkt 300m hinter dem Bus“ ...

... so lautet die erste Kommunikation welche dieses morgen führe – in diesem fall mit einen Zettel den unser sorgender Busfahrer Flo für uns an seinem Lenkrad hinterlassen hat. Was sind wir nur für umsorgte Menschen auf tour? wir haben unser Mutti – Dirk, unseren Busfahrer – Flo und nicht zuletzt unsre Catering-Crew. unsererseits kümmern wir – Martin, Tanja, Ruppi, Bone, Murdock, Matzi und ich uns um unsere Band. heute ist aber jeder auf sich alleine gestellt und selbst für sich verantwortlich – schließlich haben wir ja Offday. die Privatsphäre weitet sich spontan auf ein ganzes Hotelzimmer aus. mit eigenem bad und so weiter. komisch – man passt sich doch extrem an – das sich das normale plötzlich wirklich komisch anfühlt. jeder ist jetzt allein und macht alleine seine privaten dinge.

so ganz stimmt das ja auch nicht. schon gegen Mittag wird telefoniert und man verabredet sich zum Kaffee trinken und Kuchen essen mit den Kollegen.

so langsam wird mir bewusst, das wir alle nicht so ganz normal sind – schließlich haben wir (fast) alle auch noch einen „richtigen“ job gelernt. stattdessen fahren wir in einem Bus durch die Welt – leisten unseren 14 – 15 Stunden Job – bauen jeden tag eine mittlere Konzerthalle auf – und schließlich wandert alles wieder in die Trucks. aber wir würden alle nicht tun wenn wir´s uns nicht selbst rausgesucht hätten.
in der (schier unendlichen) weite des Hotelzimmers wird mir klar das ich durchaus froh bin einen tag Verschnaufpause zu haben – andererseits geht mir unserer täglicher Wahnsinn jetzt (17:42 Uhr) schon ab.

morgen also wieder Show – diesmal in E-Werk (wehe das ist nicht so super wie alle gesagt haben),

humppa,
Andi.

Bonn – Offday

Wie mittlerweile ja bekannt sein dürfte befinden wir uns momentan ja auf der so genannten „Anderswelt Tour“.... Auch ich frag mich natürlich was denn eine Anderswelt so sein soll. Ich selbst hab ja überhaupt keine Affinität zu solchem Phantasiezeugs wie Herr der Ringe und vergleichbares, im Gegenteil, ich find das höchstgradig albern.
Was ist also nun meine, meine eigene Anderswelt? Schwierige Frage, empfindet nicht jeder irgendwie das was man selbst so macht als „normal“? Gibt es in jedem etwas was man als Anderswelt betiteln könnte? Manchmal überlege ich mir ja schon was ein Außenstehender, von 7 bis 16 Uhr arbeitender Mensch über meinen Job so denkt.
In meinem Job gibt es nun mal keine festen Arbeitszeiten, ich darf die Arbeitszeit auch nicht in einen Stundenlohn umrechnen, ich bin während einer Tour nicht zu Hause und habe keine Privatsphäre. Aber ich habe eines: Freiheit und einen äußerst kreativen Allteg.
Das ist für mich auch mit nichts aufzuwiegen, kurzum ich fühle mich wohl in meinem Job. Ist das aber eine Anderswelt? ...ich denke nicht, schließlich ist das für mich ja normal, auch wenn andere das so nicht empfinden werden.
Somit muss ich wohl zu dem Ziel kommen, dass jeder Mensch wohl eine persönliche Anderswelt „empfindet“.
Für mich wäre das beispielsweise ein glücklicher Bankangestellter. Das empfinde ich als komisch, tausende Menschen in unserem Land sind aber genau hier glücklich.
Ist es nicht schön, dass wir Menschen so unglaublich verschieden sind? ...ich finde ja!

Ich schreibe diese Zeilen aus einem Hotelzimmer in Bonn, eigentlich wollte ich ja auch ein wenig schlafen, im Nachbarzimmer bohrt aber irgendein Arbeiter sehr viele Löcher in die Wand. Kurz war ich ja auch ein wenig erbost, dachte mir dann aber das das auch mal eine wilkommene Abwechslung zu Dudelsack und Co ist. Jetzt sitze ich halt hier und entdecke langsam sogar eine Art Musikalität der Bohrarbeiten. Ich denke ich hab ne neue Industrial Band erfunden.

Schöne Grüsse aus dem Bonn, das einmal eine Hauptstadt war, der Martin

Sonntag, 27. April 2008

HAlloHolereiduljö

Hamburg ist verladen...morgen ist der Offday! Juhu...morgen mehr.
Lieber Gruß, Martin